Das ist eine Frage, die mich in den letzten Tagen viel erreicht hat.
Der Rücktritt von Jens Spahn als Fraktionsvorsitzender war folgerichtig und unausweichlich. Entscheidend war dabei nicht allein seine Elternschaft mithilfe einer Leihmutter. In der Bevölkerung sind seine Entscheidungen aufgrund verschiedener Schlagzeilen nicht mehr glaubwürdig angekommen und viele Menschen haben ihm nicht mehr vertraut. Die Leihmutterschaft hat das Fass lediglich zum Überlaufen gebracht.
Privat kann ich den Kinderwunsch absolut nachvollziehen. Ich habe Jens Spahn und seinem Mann dazu auch gratuliert. Ein Kind großzuziehen, ist auch ein Dienst an unserer Gesellschaft. Politisch aber habe ich sofort gedacht: Das geht schief. Wer für das Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland eintritt, kann nicht gleichzeitig legale Wege im Ausland nutzten. Das darf jeder Privatmensch, aber nicht jemand, der diese Position politisch vertritt.
Besonders unverständlich für mich war das Schweigen beim Parteitag im Februar, als die CDU das Verbot der Leihmutterschaft bekräftigte, obwohl die Leihmutter in den USA bereits schwanger war. Aufrichtig wäre gewesen, das Thema offen anzusprechen. Gleichzeitig war die gewählte Kommunikation rund um die Bekanntmachung eine Katastrophe. Ich selbst habe von der Nachricht aus der Bild-Zeitung erfahren. Sogar Kanzler Merz erst wenige Tage vor der öffentlichen Bekanntgabe.
Für mich persönlich heißt das: Der Familienurlaub verschiebt sich um fünf Tage. Am 29. Juli fahre ich zur Sondersitzung nach Berlin. Die Fraktion wählt einen neuen Vorsitzenden. Als Abgeordneter muss man eben damit rechnen, den Urlaub zu unterbrechen, wenn etwas Wichtiges ansteht.
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